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Datenspeicherung im Zusammenhang mit dem Kauf einer Karte für ein Thermalbad

Auch wer einen besonderen Service bieten will, muss Bürgerinnen und Bürger aufklären, für welchen Zweck ihre Daten benötigt werden. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang der Hinweis auf die Freiwilligkeit der Auskunft.

Ein Bürger beschwerte sich darüber, dass er für die Nutzung eines Thermalbades nicht nur Eintrittsgeld und Pfandgebühr für ein Chip-Armband bezahlen musste, sondern auch Namen und Anschrift bekannt geben sollte.

Recherchen bei dem Thermalbadbetreiber ergaben, dass beim Erwerb einer Dauerkarte die Badegäste um Namen und Adresse gebeten werden, um diese im Hinblick auf die nicht unerheblichen Kosten einer solchen Karte beim evtl. Verlust des Chip-Armbandes abzusichern. Geht ein solches Chip-Armband verloren, kann dieses eindeutig identifiziert und gesperrt werden, der betroffene Badegast erhält ein Ersatzarmband und kann das noch vorhandene Guthaben für weitere Schwimmbadbesuche nutzen. Möchte ein Badegast auf dieses Angebot verzichten, kann er auch ohne Namensnennung eine Dauerkarte erwerben. Allerdings wurde auf diese Möglichkeit nicht ausdrücklich hingewiesen, sondern der Eindruck erweckt, dass die Bekanntgabe der Adressdaten zum Erwerb der Dauerkarte unumgänglich ist. Ein im Kassenbereich befindliches Hinweisschild war offensichtlich leicht zu übersehen.

Die Daten der Besucher werden in einer Datenbank gespeichert, auf die ausschließlich die zuständigen Mitarbeiter des Schwimmbadbetreibers Zugriff haben. Auf Wunsch jedes Badegastes werden die Daten gelöscht, wenn das Chip-Armband kein Guthaben mehr enthält. Hierauf werden die Betroffenen bei der Rückgabe des pfandpflichtigen Chip-Armbandes hingewiesen.

Das Chip-Armband selbst enthält keine personenbezogenen Daten, es stellt lediglich die Verbindung zum Server des Betreibers her. Für die Dauer des Thermalbadbesuches werden auf dem Server auch der dem Chip-Armband zugeordnete Spind sowie ggf. zusätzlich genutzte kostenpflichtige Angebote wie z. B. Massagen oder gastronomische Leistungen gespeichert. Diese Informationen werden sofort nach der korrekten Abrechnung an der Thermalbadkasse gelöscht. Jeder Besucher hat die Möglichkeit, die Daten, die zu seinem Chip-Armband gehören, an zwei Terminals abzulesen.

Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist das Zahlungssystem des Thermalbades nicht zu beanstanden, da die Speicherung personenbezogener Daten nur mit Einwilligung der Betroffenen erfolgt. Ich habe jedoch angeregt, die Kassenmitarbeiter und -mitarbeiterinnen nochmals ausdrücklich auf die Freiwilligkeit der Namensnennung hinzuweisen, da dies in der Praxis offensichtlich nicht allen Bediensteten bekannt war.

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